Heart

Knittrige Mauern und asymmetrische Platten

2009 wurde unter dem Namen HEART das neue Kunstmuseum von Herning eingeweiht. Das Resultat spricht für sich selbst. Die einzigartige Architektur ist ganz einfach eine Studie in der Schaffung unglaublicher Resultate aus Stein und Beton, wie sie mit kreativem Geschick möglich sind.

Wenn sich das Kunstmuseum von Herning den Namen HEART ausgesucht hat, dann geschah das nicht ohne Grund. Es ist nicht nur ein Kürzel aus den Bestandteilen „Herning“ und „art“, engl. für „Kunst“, sondern steht auch für Puls und Herz – zwei Elemente, die das Bauwerk im mittleren Jütland wohl am besten beschreiben.

Alle 5600 m2 sind von dem amerikanischen Architekten Steven Holl entworfen, der dem örtlichen Kontext des Museums treu blieb. Vom ersten Augenblick an sah er sich nämlich inspiriert durch die Textilgeschichte Hernings mit Fabriken und Bekleidungsgeschäften. Aus dieser Inspiration ging ein Museum hervor, das primär nach einem Stoffmotiv ausgeführt ist.

Beton vor Ort gegossen

Um dem besonderen historischen Kontext gerecht zu werden, sind die Wände in weißem Beton eingefärbt und den Fassaden wurde eine einzigartige, knittrige Textiloberfläche gegeben. Ein Resultat, das sich nur erzielen ließ, indem man den Beton vor Ort goss.

Diese Methode macht es möglich, Gebäude mit schrägen Oberflächen und unkonventionellen Winkeln zu errichten, weil der fließende Beton für den Gießer leichter anpassbar ist. Ein ebenso wichtiger Vorteil der Methode ist, dass der Betonguss vor Ort große Spannweiten und balkenfreie Lösungen erlaubt, wodurch sich Betonkonstruktionen in „Leichtgewicht“ erzeugen lassen.

Sieht von oben wie Hemdsärmel aus

Das war u.a. deshalb notwendig, weil das Stoffmotiv auf dem Dach fortgesetzt werden sollte. Hier besteht die Form nämlich aus fünf großen Schalen, die – von oben betrachtet – am ehesten an eine Reihe Hemdsärmel erinnern, die der Länge nach durchgeschnitten wurden.

Es handelt sich um ein Detail im großen Maßstab, weil hier die Pinselführung des Architekten das allgemeine Motiv aus allen erdenklichen Winkeln das ganze Gebäude durchdringen ließ.

Es geht aber auch kleiner; so kommt ein erdverbundenerer künstlerischer Ausdruck zum Vorschein, wenn man die besondere Pflasterung um das Kunstmuseum näher betrachtet.

IBF-Platten machen den Schauplatz

Ein großer Teil des äußeren Grundstücks bildet konzeptuell eine Verlängerung des Gebäudes und besteht u.a. aus Pflastersteinen von IBF. Hier ist es auf ganz unkonventionelle, aber ästhetisch konsequente Weise geglückt, große Markt- und Randplatten mit kleineren Betonmauersteinen zu einem kreativen Muster zu kombinieren.

Eine markante und ansprechende Lösung, die dazu beiträgt, im Wechselspiel mit der umgebenden Natur Harmonie herzustellen. Es unterstreicht im Übrigen auch, dass HEART seinen obligatorischen Ausstellungen durchaus das Wasser reichen kann.

Das Museum selbst ist ebenfalls ein Kunstwerk.